Wenn ich im September durch Spanien reise, fällt mir immer wieder derselbe Moment auf: Am Flughafen steigen viele Urlauber mit der Erwartung aus, dass der Sommer bereits langsam vorbei ist. Nach wenigen Minuten in der warmen Luft ändern sich die Pläne dann oft ganz automatisch. Die Jacke bleibt im Koffer, der erste Kaffee wird draußen getrunken und der Strand bekommt wieder diese besondere Ruhe, die man im August kaum findet.
Der September gehört für mich zu den interessantesten Monaten, um Spanien zu erleben. Das Land ist groß, und genau deshalb gibt es nicht das eine typische Septemberwetter. Während man an der Mittelmeerküste noch lange Badetage genießen kann, fühlt sich der Norden bereits deutlich frischer an. Wer Spanien im September besuchen möchte, sollte nicht nur auf die Jahreszeit schauen, sondern auch auf die Region.
Warum der September für viele Reisen nach Spanien besonders angenehm ist
Nach der heißen Hochsaison verändert sich der Rhythmus vieler Orte. Die großen Menschenmengen verschwinden langsam, die Temperaturen werden ausgeglichener und selbst beliebte Küstenstädte wirken entspannter. Ich erinnere mich besonders an Abende in Andalusien, an denen die Straßen noch voller Leben waren, aber die drückende Augusthitze nicht mehr in den Gassen stand.
Das Wetter bleibt in vielen Teilen Spaniens sommerlich, aber angenehmer. Die Tage sind häufig warm genug für Strand, Ausflüge und Spaziergänge, während die Nächte in vielen Regionen etwas Abkühlung bringen. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im September je nach Gegend oft zwischen etwa 20 und 30 Grad Celsius, wobei einzelne Tage deutlich wärmer oder kühler ausfallen können.
Für Reisende bedeutet das eine gute Mischung: Man kann morgens eine Stadt besichtigen, am Nachmittag ans Meer fahren und abends noch lange draußen sitzen. Genau diese Kombination macht den September für mich so reizvoll.
Das Klima an der Mittelmeerküste: Sonne, Meer und lange Abende
Die spanische Mittelmeerküste zählt im September zu den beliebtesten Zielen. Regionen wie die Costa Brava, die Costa Blanca, die Costa del Sol oder die Gegend um Valencia profitieren noch von der gespeicherten Wärme des Sommers. Das Meer ist nach den heißen Monaten angenehm temperiert, und viele Reisende empfinden diese Zeit als besser geeignet für Badeurlaub als den Hochsommer.
An der Costa del Sol beispielsweise sind sonnige Tage im September keine Seltenheit. Die Temperaturen bewegen sich häufig im Bereich von Mitte bis Ende 20 Grad, manchmal steigt das Thermometer noch darüber. In Orten wie Málaga oder Marbella kann man morgens am Strand sitzen und am Abend ohne Pullover durch die Altstadt laufen.
Etwas anders zeigt sich die Situation an der Costa Brava im Nordosten. Dort können die Tage ebenfalls sehr schön sein, aber einzelne Wetterwechsel kommen häufiger vor. Besonders nach längeren warmen Phasen können kurze Schauer auftreten. Das ist jedoch meistens kein Grund zur Sorge, denn solche Wetterlagen ziehen oft schnell weiter.
| Region | Typisches Septemberwetter | Geeignet für |
|---|---|---|
| Andalusien | Sehr warm, sonnig, trockene Luft, milde Abende | Strand, Städte, Ausflüge |
| Mittelmeerküste | Warme Tage, angenehmes Meer, gelegentliche Wetterwechsel | Badeurlaub und Rundreisen |
| Norden Spaniens | Kühler, häufiger bewölkt, mehr Niederschläge möglich | Natur, Wandern, Kultur |
| Kanarische Inseln | Ganzjährig mild bis warm, wenig Schwankungen | Sonne außerhalb der Hauptsaison |
Andalusien im September: Sommer ohne die extreme Hitze
Andalusien ist eine Region, die ich im September besonders gerne empfehle, wenn jemand Spanien zum ersten Mal in dieser Jahreszeit besucht. Sevilla, Córdoba oder Granada können im Sommer sehr heiß werden, aber im September werden Besichtigungen wieder deutlich angenehmer. Trotzdem sollte man die Mittagssonne nicht unterschätzen.
Gerade in den Städten merkt man den Unterschied zwischen Tag und Abend. Während am Nachmittag noch hohe Temperaturen herrschen können, füllen sich die Plätze nach Sonnenuntergang wieder mit Menschen. Die typische spanische Abendkultur passt hervorragend zu diesem Wetter. Ein spätes Abendessen draußen fühlt sich im September oft natürlicher an als mitten im Hochsommer.
Wer an die Atlantikküste Andalusiens reist, etwa in Richtung Cádiz, erlebt oft etwas mehr Wind. Dieser Wind ist im September häufig angenehm, besonders wenn die Sonne kräftig scheint. Für manche Reisende macht genau diese Mischung aus Wärme und frischer Meeresluft den Reiz der Region aus.
Der Norden Spaniens zeigt im September eine andere Seite
Viele verbinden Spanien automatisch mit Sonne und trockenem Klima. Der Norden erzählt jedoch eine andere Geschichte. Galicien, Asturien, Kantabrien und das Baskenland sind im September grüner, frischer und wetterunbeständiger als der Süden.
Bei meinen Reisen in diese Gegenden habe ich gelernt, dass man hier nicht mit derselben Erwartung ankommt wie an der Mittelmeerküste. Ein Tag kann mit blauem Himmel beginnen und am Nachmittag einen Regenschauer bringen. Dafür sind die Landschaften beeindruckend: grüne Hügel, raue Küsten und kleine Orte, die auch ohne perfektes Strandwetter viel Atmosphäre haben.
Für Wanderungen ist der September im Norden oft eine sehr gute Zeit. Die Temperaturen sind weniger belastend als im Sommer, und viele Wege lassen sich entspannter erkunden. Eine leichte Regenjacke gehört trotzdem ins Gepäck, denn das Wetter kann schneller wechseln als im trockenen Süden.
Die Kanarischen Inseln im September: eine sichere Wahl für Sonnenhungrige
Die Kanarischen Inseln nehmen beim spanischen Klima eine Sonderstellung ein. Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote oder Fuerteventura liegen näher an Afrika als am europäischen Festland und haben deshalb ein ausgeglichenes Klima.
Im September bleibt es dort meist warm und sonnig. Die Temperaturen sind oft hoch genug für einen klassischen Strandurlaub, gleichzeitig sorgt der Atlantik für eine angenehme Brise. Besonders Menschen, die große Hitze schlecht vertragen, schätzen diese Kombination.
Man sollte allerdings bedenken, dass die Inseln unterschiedliche Landschaften und Mikroklimata besitzen. Während es an der Küste sonnig sein kann, können die höheren Regionen von Teneriffa deutlich kühler wirken. Wer Ausflüge in die Berge plant, sollte deshalb etwas Wärmeres einpacken.
Was sollte man für Spanien im September einpacken?
Der häufigste Fehler, den ich bei Septemberreisen beobachte, ist ein zu einseitiger Koffer. Viele packen ausschließlich Sommerkleidung ein oder behandeln den Monat wie den Beginn des Herbstes. Beides kann problematisch sein.
Leichte Kleidung für warme Tage gehört natürlich dazu. Dazu kommen aber ein dünner Pullover oder eine leichte Jacke für Abende, besonders wenn man am Meer unterwegs ist. In einigen Regionen kann nach Sonnenuntergang ein deutlicher Temperaturunterschied entstehen.
Auch bequeme Schuhe sind wichtiger, als viele denken. Spanien entdeckt man selten nur vom Liegestuhl aus. Historische Viertel mit Kopfsteinpflaster, lange Strandpromenaden und Wanderwege gehören für viele Reisen einfach dazu.
Die Sonneneinstrahlung bleibt im September stark, auch wenn die Temperaturen angenehmer wirken als im Juli oder August. Sonnencreme, eine Kopfbedeckung und ausreichend Wasser sind bei längeren Ausflügen weiterhin sinnvoll.
Ist September der richtige Monat für eine Spanienreise?
Diese Frage hängt weniger vom Land selbst ab als von der Art der Reise. Wer ausschließlich heiße Strandtage mit möglichst wenig Bewegung sucht, findet vielleicht im August ähnliche Bedingungen. Wer aber Städte entdecken, Landschaften erleben und trotzdem baden möchte, findet im September oft genau die richtige Balance.
Ich mag besonders, dass Spanien in diesem Monat wieder etwas mehr Raum bietet. Die Strände sind ruhiger, die Einheimischen kehren langsam zum normalen Alltag zurück und viele Orte zeigen wieder ihr ursprüngliches Tempo. Man erlebt nicht nur eine Kulisse für Sommerurlaub, sondern ein Land, das weiterlebt.
Der September in Spanien ist deshalb weniger ein Abschied vom Sommer als eine zweite, ruhigere Version davon. Wer bereit ist, die Unterschiede zwischen Regionen zu akzeptieren, wird feststellen, dass gerade diese Vielfalt den Reiz ausmacht. Ein sonniger Morgen am Meer, ein kühler Abend in einer alten Stadt oder ein kurzer Regenschauer im Norden gehören alle zum selben Spanien – nur mit verschiedenen Gesichtern.
Bildmaterial von Magnific (www.magnific.com)
Am liebsten geht es dorthin, wo Wanderschuhe sinnvoller sind als schicke Schuhe. Im Mittelpunkt stehen Touren, Naturerlebnisse und praktische Tipps, die unterwegs tatsächlich einen Unterschied machen.

