Als ich zum ersten Mal direkt unter dem Eiffelturm stand, war die Frage nach den Stufen nicht das Erste, was mir durch den Kopf ging. Wie bei vielen Besuchern war ich zunächst von der Größe der Konstruktion beeindruckt. Die Metallstreben wirken aus der Nähe viel filigraner, als man es von Fotos kennt, und gleichzeitig spürt man das enorme Gewicht dieses Bauwerks. Erst beim Blick nach oben kam die typische Frage auf: Wie weit könnte man eigentlich zu Fuß hinaufgehen?
Viele Reisende kennen den Eiffelturm vor allem als Aussichtspunkt und Symbol von Paris. Weniger bekannt ist, dass die Treppen eine eigene kleine Geschichte erzählen. Sie zeigen, wie der Turm ursprünglich genutzt wurde, wie sich seine Bedeutung verändert hat und warum manche Besucher bewusst den Aufstieg wählen, obwohl ein Aufzug viel bequemer wäre. Wer die Stufen nimmt, erlebt den Eiffelturm nicht nur als Sehenswürdigkeit, sondern als Weg durch seine Konstruktion.
Die genaue Anzahl der Stufen im Eiffelturm
Die häufigste Frage lautet: Wie viele Stufen hat der Eiffelturm eigentlich? Die Antwort hängt davon ab, welchen Bereich man meint. Vom Boden bis zur Spitze wären es insgesamt etwa 1665 Stufen, wenn man jede einzelne Treppe der ursprünglichen Konstruktion zählen würde. Für Besucher ist jedoch nur ein Teil davon zugänglich.
Heute können Gäste den Eiffelturm über die Treppe bis zur zweiten Etage besteigen. Dieser öffentliche Bereich umfasst 674 Stufen vom Boden bis zur zweiten Plattform. Danach geht es für normale Besucher nicht mehr über die Treppe weiter. Die letzte Etage wird ausschließlich mit dem Aufzug erreicht.
Diese Unterscheidung sorgt häufig für Verwirrung, denn im Internet findet man unterschiedliche Zahlen. Manche Angaben beziehen sich auf die gesamte innere Struktur des Turms, andere nur auf den touristisch nutzbaren Bereich. Wenn jemand also erzählt, er sei die „1665 Stufen“ des Eiffelturms hinaufgestiegen, stimmt das nicht für einen normalen Besuch. Der tatsächlich begehbare Weg endet deutlich früher.
Warum sich der Aufstieg über die Treppen trotzdem lohnt
Viele Besucher entscheiden sich automatisch für den Aufzug. Das ist verständlich, besonders wenn man wenig Zeit hat oder mit Kindern unterwegs ist. Trotzdem empfehle ich Reisenden, die körperlich fit sind und den Turm intensiver erleben möchten, zumindest den Weg bis zur zweiten Etage zu Fuß zu nehmen.
Der Unterschied beginnt schon am Eingang. Während man beim Aufzug oft in einer Warteschlange steht und schnell nach oben gebracht wird, verändert sich der Blick beim Treppensteigen langsam. Paris erscheint nicht plötzlich unter den Füßen, sondern wächst Schritt für Schritt mit. Man sieht, wie sich die Straßenlinien verändern, wie die Dächer kleiner werden und wie die Konstruktion um einen herum immer deutlicher sichtbar wird.
Die Treppen sind nicht einfach nur eine praktische Verbindung zwischen den Ebenen. Sie führen mitten durch das eiserne Gerüst. Man steht nicht vor dem Bauwerk, sondern bewegt sich durch einen Teil davon. Gerade dieser Perspektivwechsel bleibt vielen Besuchern stärker in Erinnerung als der eigentliche Blick von der Aussichtsplattform.
Interessante Zahlen rund um den Eiffelturm
Der Eiffelturm ist voller Zahlen, die zeigen, welche technische Leistung hinter seiner Entstehung steckt. Als er für die Weltausstellung im Jahr 1889 gebaut wurde, galt er als außergewöhnliches Projekt. Viele Menschen konnten sich kaum vorstellen, dass eine so hohe Konstruktion aus Eisen stabil sein würde.
Der Turm besteht aus ungefähr 18.038 einzelnen Eisenteilen, die mit Millionen von Nieten verbunden wurden. Für den Bau wurden rund 7300 Tonnen Eisen verwendet. Diese Zahlen wirken heute fast unglaublich, besonders wenn man bedenkt, dass die Arbeiten in einer Zeit stattfanden, in der moderne Computerplanung und heutige Maschinen nicht existierten.
Auch die Höhe des Eiffelturms hat sich im Laufe der Geschichte verändert. Ursprünglich war er 300 Meter hoch. Durch Antennen und technische Einrichtungen erreicht er heute eine Höhe von etwas mehr als 330 Metern. Der Turm war bei seiner Fertigstellung das höchste Bauwerk der Welt und behielt diesen Titel mehrere Jahre.
Wie lange dauert der Aufstieg über die Treppen?
Die Zeit für den Aufstieg hängt stark von der eigenen Kondition und davon ab, wie oft man stehen bleibt. Wer nur schnell nach oben möchte, schafft die Strecke bis zur zweiten Etage in etwa 20 bis 30 Minuten. In der Realität dauert es bei den meisten Besuchern länger, weil die Treppen viele kleine Pausen geradezu provozieren.
Ich finde, genau diese Pausen gehören zum Erlebnis. Man entdeckt Details, die man vom Boden niemals sehen würde: die ungewöhnlichen Winkel der Stahlträger, die Bewegungen der Besucher auf den anderen Ebenen und die wechselnden Geräusche des Turms. Der Eiffelturm fühlt sich beim Treppensteigen weniger wie ein Museumsexponat an, sondern eher wie eine lebendige technische Anlage.
Natürlich sollte man den Aufstieg nicht unterschätzen. Die Stufen sind nicht mit einer normalen Treppe in einem Wohnhaus vergleichbar. Besonders der letzte Abschnitt zur zweiten Etage kann anstrengend werden, weil man die Höhe bereits deutlich spürt. Bequeme Schuhe und etwas Zeit machen den Unterschied.
Die drei Ebenen des Eiffelturms und ihre Unterschiede
Viele Besucher planen ihren Aufenthalt nur nach der Aussicht, aber jede Etage hat ihren eigenen Charakter. Die erste Ebene liegt in einer Höhe von etwa 57 Metern und vermittelt einen guten Eindruck davon, wie riesig die Stadt Paris tatsächlich ist. Von hier erkennt man noch viele Details auf den Straßen.
Die zweite Ebene befindet sich ungefähr auf 115 Metern Höhe und wird von vielen Reisenden als der interessanteste Punkt empfunden. Sie bietet eine weite Sicht, ohne dass die Entfernung zur Stadt zu groß wirkt. Gleichzeitig ist sie die höchste Ebene, die man bequem über die Treppen erreichen kann.
Die Spitze des Eiffelturms liegt noch einmal deutlich höher. Dort oben fühlt sich Paris fast wie eine Landkarte an. Der Zugang erfolgt allerdings nur mit dem Aufzug, weshalb der Charakter des Besuchs etwas anders ist als beim Treppenaufstieg.
- Erste Etage: etwa 57 Meter Höhe, guter Blick auf die Stadt und besonders geeignet für Besucher, die den Turm entspannt erleben möchten.
- Zweite Etage: etwa 115 Meter Höhe, über die Treppen erreichbar und für viele der beste Kompromiss zwischen Aussicht und Erlebnis.
- Spitze: über 300 Meter Höhe, nur mit Aufzug erreichbar und besonders wegen der Fernsicht beliebt.
Warum der Eiffelturm überhaupt Treppen bekam
Heute denken viele Besucher zuerst an moderne Aufzüge, aber zur Zeit seiner Eröffnung waren die Treppen ein wichtiger Bestandteil des Turms. Der Eiffelturm wurde nicht nur als Aussichtspunkt gebaut, sondern sollte auch die Möglichkeiten der damaligen Ingenieurskunst zeigen. Die Besucher sollten die Konstruktion erleben und nicht nur von außen betrachten.
Die Treppen hatten außerdem eine praktische Bedeutung. Wartung, technische Arbeiten und Inspektionen wären ohne sie kaum möglich gewesen. Auch heute spielen sie noch eine Rolle für Mitarbeiter, die Bereiche des Turms erreichen müssen, die nicht für Touristen geöffnet sind.
Wenn man die alten Fotografien aus der Bauzeit betrachtet, versteht man besser, warum der Turm damals so kontrovers diskutiert wurde. Viele Künstler und Schriftsteller lehnten das Bauwerk zunächst ab. Die Idee, ein riesiges Eisengerüst mitten in Paris zu errichten, wirkte auf manche Menschen fremd. Heute gehört genau diese Konstruktion zu den bekanntesten Bildern der Welt.
Was sollte man beim Besuch mit Treppenaufstieg beachten?
Ein Besuch mit Treppenaufstieg unterscheidet sich etwas von einem normalen Ausflug zum Eiffelturm. Ich würde nicht empfehlen, den Tag komplett durchzuplanen und direkt vorher noch viele andere Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu besuchen. Die Stufen wirken am Anfang einfach, aber nach mehreren hundert Schritten merkt man die Belastung.
Besonders im Sommer kann die Kombination aus Wärme, Menschen und körperlicher Anstrengung herausfordernd sein. Eine Wasserflasche und ein langsames Tempo helfen mehr als der Versuch, möglichst schnell oben anzukommen. Der Eiffelturm läuft nicht weg – es gibt keinen Grund, den Aufstieg wie einen Wettbewerb zu behandeln.
Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Am frühen Morgen oder am späten Nachmittag ist die Atmosphäre oft angenehmer. Das Licht verändert die Stadtansicht, und die Erfahrung wirkt weniger hektisch als während der typischen Besucherzeiten.
Der Eiffelturm ist mehr als nur eine Zahl
Die Frage nach den Stufen ist ein guter Einstieg, aber eigentlich erzählt jede Zahl am Eiffelturm nur einen kleinen Teil seiner Geschichte. Hinter den 674 Stufen bis zur zweiten Etage stehen Planung, Handwerk und eine ungewöhnliche Idee aus dem 19. Jahrhundert.
Viele Menschen fahren nach Paris, um ein Foto vom Eiffelturm zu machen. Das gehört natürlich dazu. Aber wer einmal langsam durch seine Eisenstruktur nach oben gegangen ist, nimmt ein anderes Bild mit nach Hause. Man erinnert sich nicht nur an die Aussicht, sondern auch an den Weg dorthin – an die Geräusche der Treppen, den Blick zwischen den Stahlträgern und den Moment, in dem man merkt, wie hoch man tatsächlich gestiegen ist.
Vielleicht liegt genau darin der besondere Reiz dieses Bauwerks: Der Eiffelturm zeigt seine Größe nicht nur von außen. Man kann sie Schritt für Schritt erleben.
Bildmaterial von Magnific (www.magnific.com)
Am liebsten geht es dorthin, wo Wanderschuhe sinnvoller sind als schicke Schuhe. Im Mittelpunkt stehen Touren, Naturerlebnisse und praktische Tipps, die unterwegs tatsächlich einen Unterschied machen.

