Zum Inhalt springen

Wo ist es warm im Mai? Die besten Reiseziele für warmes Wetter im Mai

Ich erinnere mich noch gut an eine Reise im Mai, bei der ich morgens am Flughafen mit einer Jacke in der Hand stand und mich gefragt habe, ob ich sie am Ziel überhaupt brauchen würde. Genau das ist das Schöne, aber auch die kleine Herausforderung an Reisen im Mai: Während in Mitteleuropa der Frühling oft noch wechselhaft ist, beginnt in vielen Regionen rund ums Mittelmeer oder weiter südlich bereits die Zeit für lange Abende draußen, warme Meerestage und entspannte Spaziergänge ohne große Hitze.

In meinen Jahren als Reiseautor habe ich festgestellt, dass der Mai einer der angenehmsten Reisemonate überhaupt sein kann. Die großen Sommermassen sind vielerorts noch nicht angekommen, die Landschaft zeigt sich häufig von ihrer schönsten Seite und die Temperaturen liegen oft genau im Bereich, den viele Reisende suchen: warm, aber nicht drückend. Wer nicht unbedingt mitten in der Hochsaison verreisen muss, findet im Mai einige Ziele, die fast wie ein kleiner Geheimtipp wirken.

Warum der Mai für viele Reisen der ideale Monat ist

Der Mai hat einen besonderen Rhythmus. In südlichen Ländern beginnt das Leben wieder stärker draußen stattzufinden, aber die Atmosphäre bleibt meist entspannter als im Juli oder August. Ich mag besonders diese Zwischenphase: Cafés öffnen ihre Terrassen, die Strände sind noch nicht überfüllt und man kann Sehenswürdigkeiten besuchen, ohne sich durch Menschenmengen bewegen zu müssen.

Natürlich hängt das Wetter stark vom Reiseziel ab. Eine warme Woche auf den Kanaren fühlt sich anders an als ein Badeurlaub auf Kreta oder eine Städtereise nach Andalusien. Wer im Mai wirklich Sonne und angenehme Wärme sucht, sollte nicht nur auf die Entfernung schauen, sondern auch auf die Lage, das Klima und die typischen Wetterverläufe.

Für einen klassischen Badeurlaub liegen viele gute Ziele im Mai bereits bei 20 bis 28 Grad Celsius am Tag. Das Meer kann allerdings noch frisch sein, besonders im westlichen Mittelmeer. Wer hauptsächlich schwimmen möchte, sollte deshalb genau auswählen oder ein Reiseziel mit wärmerem Wasser bevorzugen.

Die Kanarischen Inseln: sichere Wärme ohne Sommerstress

Wenn mich jemand fragt, wo man im Mai mit hoher Wahrscheinlichkeit Sonne findet, stehen die Kanaren fast immer weit oben auf meiner Liste. Die Inseln profitieren von ihrem besonderen Klima und bieten auch dann angenehme Temperaturen, wenn in anderen Teilen Europas noch wechselhaftes Wetter herrscht.

Auf Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura oder Lanzarote kann man im Mai wunderbar kombinieren: morgens eine Wanderung, nachmittags Strand und abends ein Essen auf einer Terrasse. Besonders angenehm finde ich, dass die Hitze noch nicht so intensiv ist wie im Hochsommer. Eine Wanderung durch die Landschaft rund um den Teide auf Teneriffa ist beispielsweise im Mai deutlich angenehmer als im August.

Fuerteventura ist für viele Reisende wegen der langen Sandstrände interessant. Die Insel wirkt teilweise rau und karg, aber gerade diese Weite macht ihren Reiz aus. Wer Ruhe sucht und lange Spaziergänge am Meer liebt, findet hier eine besondere Stimmung. Gran Canaria wiederum bietet mehr Abwechslung mit Bergen, kleinen Dörfern und lebhaften Orten.

Griechenland im Mai: zwischen Frühling und Sommer

Griechenland gehört zu den Ländern, die ich im Mai besonders gerne besuche. Die Inseln sind bereits auf die Sommersaison vorbereitet, aber vieles fühlt sich noch ursprünglich an. Tavernen haben freie Plätze direkt am Wasser, kleine Gassen sind nicht überlaufen und die Landschaft ist nach den Wintermonaten oft erstaunlich grün.

Kreta ist eines meiner bevorzugten Ziele für diese Jahreszeit. Die Insel ist groß genug, dass man auch abseits der bekannten Orte viel entdecken kann. Im Mai liegen die Temperaturen häufig im angenehmen Bereich für Ausflüge, während die Strände schon für erste Badetage geeignet sind. Besonders die Südküste kann wärmer wirken als der Norden.

Auch Rhodos oder Kos bieten im Mai gute Bedingungen. Wer historische Orte erkunden möchte, profitiert davon, dass die Temperaturen noch nicht die sommerliche Grenze erreichen. Ein Spaziergang durch die Altstadt von Rhodos macht bei angenehmen Temperaturen einfach mehr Freude als bei großer Mittagshitze.

Andalusien: Sonne, Kultur und mediterranes Lebensgefühl

Andalusien ist für mich eines dieser Reiseziele, bei denen man im Mai besonders viel bekommt. Die Region im Süden Spaniens verbindet warme Tage mit einer beeindruckenden kulturellen Vielfalt. Málaga, Sevilla, Granada oder kleinere Orte im Hinterland zeigen im Frühling eine ganz andere Seite als während der heißesten Sommermonate.

Gerade Sevilla kann im Hochsommer extrem heiß werden. Im Mai hingegen sind die Bedingungen oft ideal, um durch die historischen Viertel zu laufen, Innenhöfe zu entdecken oder abends lange draußen zu sitzen. Die berühmten Orangenbäume, die Architektur und die entspannte Atmosphäre machen die Stadt zu einem Erlebnis, das nicht nur aus Sehenswürdigkeiten besteht.

Wer zusätzlich Meer möchte, findet an der Costa del Sol zahlreiche Möglichkeiten. Allerdings würde ich persönlich nicht nur an den bekannten Strandorten bleiben. Kleine Ausflüge in die weißen Dörfer der Umgebung zeigen eine ruhigere Seite Andalusiens, die viele Pauschalreisende verpassen.

Ägypten: warme Tage für alle, die echte Sonne suchen

Wer im Mai bereits richtig sommerliche Temperaturen möchte, sollte weiter südlich schauen. Ägypten gehört zu den Reisezielen, bei denen der Mai fast schon Hochsommer bedeutet. Besonders die Regionen am Roten Meer sind beliebt bei Reisenden, die baden, schnorcheln oder einfach viel Zeit am Wasser verbringen möchten.

Orte wie Hurghada oder Marsa Alam bieten im Mai sehr warme Tage und eine hohe Wahrscheinlichkeit für sonniges Wetter. Das Meer ist angenehm warm und die Unterwasserwelt gehört zu den großen Highlights dieser Region. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie schnell man vom Hotelstrand in eine völlig andere Welt unter der Wasseroberfläche wechseln kann.

Man sollte allerdings bedenken, dass Ausflüge ins Landesinnere, etwa zu historischen Stätten, bereits sehr warm werden können. Wer Tempel oder Wüstenlandschaften besuchen möchte, plant solche Unternehmungen am besten für die frühen Morgenstunden.

Madeira und Portugal: für aktive Reisende mit Sinn für Natur

Nicht jeder sucht im Mai nur einen Liegestuhl am Strand. Viele Reisende möchten wandern, fotografieren oder Landschaften erleben. Dafür eignet sich Madeira hervorragend. Die portugiesische Insel ist kein klassisches Badeziel, aber gerade im Mai zeigt sie sich von ihrer beeindruckenden Seite.

Die berühmten Levadas, die grünen Berghänge und die blühenden Pflanzen machen Wanderungen zu einem besonderen Erlebnis. Das Wetter kann wechselhaft sein, aber genau diese Mischung sorgt für die außergewöhnliche Vegetation. Eine leichte Regenjacke gehört ins Gepäck, doch warme Kleidung für sonnige Tage braucht man ebenfalls.

Auch die Algarve im Süden Portugals ist im Mai eine gute Wahl. Die Temperaturen sind angenehm, die Küstenlandschaft beeindruckend und viele Orte wirken noch deutlich entspannter als während der Sommerferien.

Welches Reiseziel passt im Mai zu welchem Urlaubstyp?

Bei der Auswahl eines Mai-Ziels kommt es weniger darauf an, wo es theoretisch am wärmsten ist, sondern darauf, was man vor Ort erleben möchte. Ein Strandurlaub braucht andere Bedingungen als eine Rundreise oder eine aktive Woche in der Natur.

  1. Für einen sicheren Badeurlaub: Die Kanaren und das Rote Meer bieten häufig die stabilsten Bedingungen. Wer möglichst viel Sonne möchte, findet dort meist die verlässlichsten Temperaturen.
  2. Für Kultur und Städte: Andalusien und Griechenland sind besonders interessant, weil man Sehenswürdigkeiten ohne die extreme Sommerhitze genießen kann.
  3. Für Natur und Bewegung: Madeira, die Algarve oder die weniger touristischen Regionen Kretas eignen sich gut für Wanderungen und Ausflüge.
  4. Für Ruhe und wenig Trubel: Kleinere griechische Inseln oder weniger bekannte Orte auf den Kanaren bieten im Mai oft eine entspannte Atmosphäre.

Was ich bei einer Mai-Reise nicht unterschätzen würde

Ein häufiger Fehler ist, den Mai automatisch mit Hochsommer gleichzusetzen. Tagsüber kann es wunderbar warm sein, aber am Abend wird es in vielen Regionen noch frisch. Eine leichte Jacke gehört deshalb fast immer in meinen Koffer. Auch beim Meer sollte man realistisch bleiben: Die Luft kann bereits sommerlich wirken, während das Wasser noch einige Wochen braucht, um sich aufzuwärmen.

Außerdem lohnt es sich, genauer auf die Lage der Unterkunft zu achten. Ein Hotel direkt am Meer klingt verlockend, aber wenn man im Mai außerhalb einer größeren Stadt reist, können manche Orte noch sehr ruhig sein. Für manche ist genau das perfekt, andere vermissen Restaurants und Abendleben.

Meine persönliche Erfahrung zeigt: Die besten Reisen im Mai entstehen oft dann, wenn man nicht versucht, den August zu kopieren. Der Reiz dieses Monats liegt gerade darin, dass vieles etwas langsamer läuft. Man bekommt Sonne, aber auch Raum. Man erlebt beliebte Orte, bevor sie ihre volle Sommerenergie erreichen.

Ein guter Mai-Urlaub beginnt mit der richtigen Erwartung

Die Frage „Wo ist es warm im Mai?“ lässt sich nicht mit einem einzigen Ort beantworten. Es hängt davon ab, ob man Wärme am Strand sucht, angenehme Temperaturen für Entdeckungen oder einfach eine Pause vom wechselhaften Frühling zu Hause braucht.

Was ich am Mai besonders schätze, ist dieses Gefühl zwischen zwei Jahreszeiten. Man reist nicht nur dem Wetter hinterher, sondern erlebt Orte in einem Moment, in dem sie sich öffnen. Die ersten langen Abende, der Duft von Blumen, leere Wege am Meer und Gespräche auf kleinen Terrassen bleiben oft stärker in Erinnerung als ein perfekter Hochsommertag.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum viele Reisende nach einer ersten Mai-Reise immer wieder in diesen Monat zurückkehren. Er verspricht keinen identischen Sommerurlaub – und gerade deshalb kann er so besonders sein.

Bildmaterial von Magnific (www.magnific.com)

Schreibe einen Kommentar